Jugendgottesdienste

Die Teilnahme an Gottesdiensten ist eine wesentliche Erfahrung, die Jugendliche in der Konfirmandenzeit machen. Je umfassender Jugendliche an der Entwicklung und Gestaltung von Gottesdiensten beteiligt werden, desto mehr erleben auch sie Gottesdienste als "ihre Sache". Dies führt insgesamt auch zu einer positiveren Einschätzung der Konfirmandenzeit. Aber auch andere Besucher und Gemeindeglieder freuen sich an neuen Impulsen und an der sichtbaren Teilhabe der Jugendlichen am kirchlichen Leben.

Aus den Rahmenrichtlinien für die Konfirmandenarbeit:

"Der Gottesdienstbesuch ist in allen Kirchengemeinden Pflicht für die Konfirmandinnen und Konfirmanden. Wird von den Konfirmandinnen und Konfirmanden ein regelmäßiger Gottesdienstbesuch erwartet, so muss sich jede Gemeinde fragen, wie ansprechend ihre Gottesdienste für die Jugendlichen sind und wie einladend sie auf diese wirken.

Die Ergebnisse der bundesweiten Studie zur Konfirmandenarbeit zeigen hier, dass die Jugendlichen schon zu Beginn der Konfirmandenzeit dem Gottesdienst mit Skepsis begegnen. Fast die Hälfte (49%) nimmt ihn als langweilig wahr. Alarmierend ist der Befund, dass sich der Negativeindruck während der Konfirmandenzeit noch einmal deutlich verstärkt. Der Anteil der Jugendlichen, die Gottesdienste langweilig finden, liegt am Ende der Konfirmandenzeit mit deutlich höher als zu Beginn. Dies zeigt: der Gottesdienst als zentrale Veranstaltung der Kirche ist und bleibt den meisten Konfirmandinnen und Konfirmanden weitgehend fremd.

Es entsteht eine Spannung: Die sonntäglichen Gottesdienste sind für viele Gemeinden ein wichtiger Bestandteil der Konfirmandenarbeit. Denn sie sind ein zentraler Ort der Ausübung christlichen Glaubens. Und die Jugendlichen sollen in die gemeinsame Praxis, die ritualisierten Formen und die Begegnung mit anderen Christen hineingenommen werden. Doch in den seltensten Fällen sind die Gottesdienste auf die Jugendlichen ausgerichtet. Daher fühlen sich die Jugendlichen nicht eingeladen und erleben die Gottesdienste nicht als Ausdruck ihres Glaubens. Sie werden zu passiven Zuschauerinnen und Zuschauern statt zur mitfeiernden jungen Gemeindegliedern. Abhilfe schafft hier eine Beteiligungskultur für Konfirmandinnen und Konfirmanden (sowie für andere Gemeindegruppen ebenfalls) und die behutsame Veränderung der Gottesdienste aus der Milieuverengung heraus. Die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung sowie Erfahrungen mit jugendgemäßen Gottesdiensten wirken sich zudem nachweislich positiv auf die Geamteinschätzung von Gottesdiensten aus. In der Gestaltung der Gottesdienste ist dies zu berücksichtigen, damit folgende Ziele während der Konfirmandenzeit erreicht werden:

  • die Konfirmandinnen und Konfirmanden kennen die Elemente eines Gottesdienstes und seinen Ablauf,
  • sie wirken regelmäßig in sonntäglichen Haupt-Gottesdiensten aktiv mit und sind in der Lage, einzelne Gottesdienstelemente selbst zu gestalten,
  • sie erarbeiten Andachten oder Gottesdienste für Jugendliche und führen diese mit durch." 
 

Wolfgang Greite-Blaffert

Wolfgang Greite-Blaffert

Ihr Ansprechpartner zum Thema Jugendgottesdienst im Haus kirchlicher Dienste (HkD), Hannover.

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